POTENZIELLE LEBENSRETTER

- Dritte Typisierungsaktion bei KIMA/32 Mitarbeiter nahmen teil - 

Aller guten Dinge sind drei, sagt ein altes Sprichwort. Die Belegschaft der Firma KIMA Automatisierung GmbH nahm es jetzt wörtlich: Zum dritten Mal nahmen 32 der rund 80 Mitarbeiter an einer besonderen Spendenaktion teil, die vielen Leukämie-Patienten Hoffnung macht: Sie ließen mit Hilfe eines simplen Wangenabstrichs untersuchen, ob sie als Stammzellenspender für Leukämie-Patienten infrage kommen.

Die Suche nach geeigneten Knochenmarkspendern gleicht der nach einer Nadel im Heuhaufen. Denn in den meisten Fällen käme es zu Abstoßungsreaktionen zwischen den gesunden Stammzellen aus dem Knochenmark des Spenders und dem Körper des Patienten. Nur wenn die Gewebemerkmale zu fast 100 Prozent übereinstimmen, hat eine Übertragung Chancen auf Erfolg. 

Die Wahrscheinlichkeit übereinstimmender Merkmale zweier Menschen ist sehr gering: Sie liegt zwischen 1 zu 20.000 und eins zu mehreren Millionen, so die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Daher wurde die Datei angelegt, in der systematisch nach Übereinstimmungen gefahndet wird. Obwohl sich mehrere Hunderttausend Menschen in Deutschland freiwillig haben untersuchen lassen, ist für 30 Prozent aller Leukämiepatienten kein geeigneter Spender gefunden worden. 

Für die KIMA-Belegschaft ist das alles nicht neu: Schon 1996 und 2003 ließen sich viele der Mitarbeiter über eine Blutabnahme typisieren: 24 Kolleginnen und Kollegen waren es bei der ersten Aktion, 26 Mitarbeiter zehn Jahre später und in diesem Jahr machten 32 Kolleginnen und Kollegen der - inzwischen personell veränderten - Belegschaft mit. 

Über einen Wattestäbchen-Abstrich im Mund oder einen Bluttest werden die Gewebemerkmale bestimmt. Von den teilnehmenden Mitarbeitern wurden vier zu einer zweiten Blutabnahme eingeladen, in einem Fall kam es zu einer Spende, die das Leben eines Leukämie-Patienten verlängerte. Die Kosten für die rund 50 Euro teure Typisierung wurden von der Firma übernommen, denn die DKMS finanziert sich ausschließlich über Spenden.

Anstoß für die erste Beteiligung 1996 waren Presseberichte und bei der Wiederholungsaktion in 2003 der Tod eines Bekannten von KIMA-Geschäftsführer Alfred Klein. Er hatte Blutkrebs. „Daraufhin habe ich die Kollegen gefragt, ob sie sich an der Aktion beteiligen wollen“, erzählt Klein. Manche mussten überzeugt werden, andere sagten spontan zu. "Vielleicht können wir andere Betriebe in Gronau und Umgebung anregen, dem Beispiel zu folgen", hofft Klein.

Passen Spender und Patient, erfolgt ein Eingriff im Krankenhaus. Aus dem Beckenbereich wird Knochenmark mit gesunden Zellen entnommen oder es werden Stammzellen nach einem Dialyseähnlichen Verfahren aus dem Blut herausgefiltert. Der Einsatz ist gering im Vergleich zum möglichen Gewinn: das Leben eines anderen Menschen gerettet zu haben.